Push-Benachrichtigungen begegnen dir täglich: Eine App informiert dich über eine neue Nachricht, ein Onlineshop meldet einen Preisnachlass oder ein Versanddienst kündigt die Zustellung eines Pakets an. Die kurzen Mitteilungen erscheinen direkt auf einem Smartphone, Tablet oder Computer – auch wenn die zugehörige App oder Website gerade nicht geöffnet ist.
Für E-Commerce-Unternehmen sind Push-Nachrichten ein direkter Kommunikationskanal. Sie können Kund:innen über den Bestellstatus informieren, auf wieder verfügbare Produkte hinweisen oder an einen nicht abgeschlossenen Einkauf erinnern. Damit die Nachrichten hilfreich bleiben, müssen Inhalt, Zeitpunkt und Häufigkeit jedoch sorgfältig abgestimmt sein.
Was sind Push-Benachrichtigungen?
Push-Benachrichtigungen sind kurze Mitteilungen, die eine App oder Website automatisch an ein Gerät sendet. Sie erscheinen beispielsweise auf dem Sperrbildschirm, in der Benachrichtigungszentrale oder im Browser. In der Regel müssen Nutzer:innen dem Empfang vorher zustimmen und können die Berechtigung später wieder entziehen. Eine Push-Nachricht kann aus einer Überschrift, einem kurzen Text und einem Symbol bestehen. Je nach Gerät und System lassen sich außerdem Bilder, Emojis, Schaltflächen oder direkte Links ergänzen.
Wie funktionieren Push-Benachrichtigungen?
Beim Versand einer Push-Benachrichtigung arbeiten mehrere technische Komponenten zusammen. Zunächst erteilt eine Person einer App oder Website die Erlaubnis, Benachrichtigungen zu senden. Anschließend erhält das verwendete Gerät beziehungsweise der Browser eine eindeutige Kennung.
Möchte ein Unternehmen eine Nachricht verschicken, übermittelt sein System den Inhalt an einen Push-Dienst. Dieser stellt die Benachrichtigung dem jeweiligen Gerät zu. Öffnet die empfangende Person die Nachricht, kann sie je nach Verknüpfung beispielsweise zu einer Produktseite, zum Warenkorb oder zur Bestellübersicht gelangen.
Der Ablauf lässt sich vereinfacht in vier Schritte unterteilen:
- Eine Person erlaubt den Empfang von Push-Benachrichtigungen.
- Das Gerät oder der Browser wird für den Versand registriert.
- Das Unternehmen erstellt und versendet eine Nachricht.
- Der Push-Dienst überträgt sie an das registrierte Endgerät.
Die Darstellung unterscheidet sich je nach Betriebssystem, Browser und Geräteeinstellung. Auch verfügbare Funktionen wie Bilder oder Aktionsschaltflächen sind nicht überall identisch.
Welche Arten von Push-Benachrichtigungen gibt es?
Push-Benachrichtigungen lassen sich zunächst danach unterscheiden, über welchen Kanal sie zugestellt werden.
Mobile Push-Benachrichtigungen
Mobile Push-Nachrichten werden von einer installierten App an ein Smartphone oder Tablet gesendet. Sie können auf dem Sperrbildschirm, am oberen Bildschirmrand oder in der Benachrichtigungszentrale erscheinen.
Im E-Commerce eignen sie sich unter anderem für:
- Aktualisierungen zum Bestell- und Lieferstatus
- Hinweise auf wieder verfügbare Produkte
- Preisänderungen bei gemerkten Artikeln
- Erinnerungen an gespeicherte Warenkörbe
- Informationen zu Treueprogrammen
Mobile Benachrichtigungen setzen voraus, dass Kund:innen die App installiert und den Empfang erlaubt haben.
Web-Push-Benachrichtigungen
Web-Push-Nachrichten werden über eine Website beziehungsweise einen Browser verschickt. Empfänger:innen müssen dafür nicht zwingend eine App installieren. Nach der Zustimmung können die Mitteilungen je nach Browser auf dem Desktop oder Mobilgerät erscheinen.
Für einen Onlineshop kann Web Push interessant sein, wenn viele Besucher:innen den Shop über einen Browser nutzen. Die Benachrichtigung kann sie später erneut erreichen, auch wenn die Shopseite nicht mehr geöffnet ist.
In-App-Benachrichtigungen
In-App-Nachrichten erscheinen nur, während eine Person die entsprechende App verwendet. Streng genommen handelt es sich nicht immer um klassische Push-Benachrichtigungen, da sie nicht außerhalb der App angezeigt werden.
Sie können beispielsweise neue Funktionen erklären, auf einen persönlichen Vorteil hinweisen oder Informationen innerhalb eines laufenden Bestellprozesses bereitstellen.
Transaktionale Push-Nachrichten
Transaktionale Benachrichtigungen werden durch eine konkrete Handlung oder Statusänderung ausgelöst. Sie enthalten meist Informationen, die für die empfangende Person unmittelbar relevant sind.
Typische Beispiele sind:
- „Deine Bestellung wurde versendet.“
- „Deine Rückerstattung wurde bearbeitet.“
- „Der von dir vorgemerkte Artikel ist wieder verfügbar.“
- „Deine Abholung ist ab sofort möglich.“
Da diese Nachrichten einen erwarteten Vorgang begleiten, werden sie häufig anders wahrgenommen als reine Werbemitteilungen.
Marketingbezogene Push-Nachrichten
Marketingnachrichten informieren beispielsweise über neue Produkte, zeitlich begrenzte Aktionen oder passende Empfehlungen. Ihre Relevanz hängt stark davon ab, wie gut Inhalt und Zielgruppe zusammenpassen.
Eine allgemeine Nachricht an alle Empfänger:innen ist meist weniger hilfreich als ein Hinweis, der auf einem konkreten Interesse beruht. Hat eine Person beispielsweise mehrfach eine bestimmte Produktkategorie besucht, kann eine dazu passende Neuerscheinung relevanter sein als ein beliebiges Angebot aus dem gesamten Sortiment.
Wofür eignen sich Push-Benachrichtigungen im E-Commerce?
Push-Benachrichtigungen können verschiedene Phasen der Customer Journey unterstützen. Entscheidend ist, dass die Nachricht einen nachvollziehbaren Anlass und einen klaren Nutzen besitzt.
Bestellungen und Lieferungen begleiten
Statusmeldungen gehören zu den naheliegendsten Einsatzmöglichkeiten. Kund:innen möchten wissen, ob eine Bestellung eingegangen ist, wann sie versendet wurde und wann sie voraussichtlich ankommt.
Eine kurze Push-Nachricht kann diese Information unmittelbar bereitstellen. Dadurch müssen Kund:innen nicht wiederholt ihren E-Mail-Posteingang oder die Bestellübersicht prüfen.
Warenkorbabbrüche aufgreifen
Hat eine Person Produkte in den Warenkorb gelegt, den Kauf aber nicht beendet, kann eine Erinnerung auf den offenen Vorgang hinweisen. Die Formulierung sollte sachlich bleiben und nicht künstlich unter Druck setzen.
Beispiel:
„In deinem Warenkorb befinden sich noch zwei Artikel. Du kannst deinen Einkauf dort fortsetzen, wo du aufgehört hast.“
Nicht jeder Warenkorbabbruch ist ein vergessenes Vorhaben. Deshalb sollten solche Erinnerungen begrenzt und nicht mehrfach in kurzen Abständen versendet werden.
Verfügbarkeits- und Preisänderungen melden
Benachrichtigungen sind besonders nützlich, wenn sie eine von Kund:innen gewünschte Information liefern. Dazu zählen Meldungen über wieder verfügbare Größen, gesunkene Preise oder neue Varianten eines vorgemerkten Produkts.
Diese Nachrichten beruhen auf einem erkennbaren Interesse und können daher relevanter sein als breit gestreute Werbebotschaften.
Kundenbindung unterstützen
Push-Benachrichtigungen können bestehende Kund:innen über Punkte, Guthaben, persönliche Vorteile oder wichtige Änderungen informieren. Auch Erinnerungen an Verbrauchsprodukte sind möglich, sofern sich der Kaufzyklus sinnvoll einschätzen lässt.
Ein Shop für Kaffee könnte beispielsweise nach einem angemessenen Zeitraum darauf hinweisen, dass eine häufig bestellte Sorte möglicherweise bald aufgebraucht ist. Eine tägliche oder zu frühe Erinnerung wäre dagegen schnell störend.
Inhalte und Produktwissen vermitteln
Nicht jede Benachrichtigung muss unmittelbar auf einen Verkauf ausgerichtet sein. Onlineshops können auch hilfreiche Inhalte verteilen, etwa Pflegehinweise, Größentipps oder Anleitungen zur Verwendung eines gekauften Produkts.
Solche Nachrichten schaffen einen Bezug zum Sortiment, ohne ausschließlich mit Rabatten zu arbeiten.
Welche Vorteile haben Push-Benachrichtigungen?
Push-Nachrichten erscheinen direkt auf dem verwendeten Gerät und können Informationen ohne Umweg über einen Posteingang übermitteln. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile:
- Schnelle Zustellung: Zeitkritische Informationen erreichen Empfänger:innen unmittelbar.
- Hohe Sichtbarkeit: Die Nachricht erscheint auf dem Bildschirm oder in der Benachrichtigungszentrale.
- Automatisierbarkeit: Viele Nachrichten lassen sich durch Bestellungen, Produktverfügbarkeit oder andere Ereignisse auslösen.
- Personalisierung: Inhalte können an Interessen, Verhalten oder den Bestellstatus angepasst werden.
- Direkte Verknüpfung: Ein Tipp auf die Nachricht kann zu einer passenden Seite im Shop führen.
- Messbarkeit: Zustellungen, Öffnungen und daraus entstehende Aktionen lassen sich auswerten.
Der direkte Zugang ist zugleich eine besondere Verantwortung. Zu viele oder unpassende Mitteilungen führen dazu, dass Empfänger:innen Benachrichtigungen deaktivieren oder eine App löschen.
Welche Nachteile und Risiken gibt es?
Push-Benachrichtigungen konkurrieren mit zahlreichen anderen Meldungen auf dem Endgerät. Eine hohe Versandfrequenz kann deshalb schnell als störend empfunden werden.
Weitere Herausforderungen sind:
- Für den Empfang ist eine Einwilligung beziehungsweise Geräteberechtigung erforderlich.
- Die Darstellung variiert zwischen Browsern und Betriebssystemen.
- Kurze Texte bieten wenig Platz für Erklärungen.
- Unpassende Nachrichten können das Vertrauen in einen Shop beeinträchtigen.
- Nicht jede zugestellte Nachricht wird geöffnet oder gelesen.
- Personenbezogene Daten und Einwilligungen müssen verantwortungsvoll verarbeitet werden.
Push-Nachrichten sollten daher nicht als Ersatz für sämtliche anderen Kommunikationskanäle betrachtet werden. E-Mail, SMS, Kundenkonto und Push erfüllen unterschiedliche Aufgaben und können sich ergänzen.
Push-Benachrichtigungen und E-Mails im Vergleich
Push-Benachrichtigungen sind kurz, unmittelbar und für einzelne Hinweise geeignet. E-Mails bieten dagegen mehr Raum für Erklärungen, mehrere Produkte oder ausführliche Inhalte.
Push eignet sich eher für:
- Bestell- und Versandstatus
- kurzfristige Erinnerungen
- Verfügbarkeitsmeldungen
- zeitkritische Informationen
- einzelne, klar abgegrenzte Aktionen
E-Mail eignet sich eher für:
- ausführliche Produktinformationen
- redaktionelle Inhalte
- längere Kampagnen
- Rechnungen und Dokumente
- Informationen, die später wiedergefunden werden sollen
Welche Form sinnvoller ist, hängt vom Anlass ab. Eine Versandbestätigung kann per E-Mail dokumentiert und zusätzlich durch eine kurze Push-Nachricht angekündigt werden.
So erstellst du hilfreiche Push-Benachrichtigungen
1. Definiere einen klaren Anlass
Jede Nachricht sollte eine konkrete Frage beantworten: Warum erhält die Person diese Information gerade jetzt?
Ein nachvollziehbarer Anlass kann eine versendete Bestellung, ein wieder verfügbares Produkt oder eine ausdrücklich eingerichtete Erinnerung sein.
2. Segmentiere die Empfänger:innen
Versende nicht jede Nachricht an die gesamte Kontaktliste. Gruppiere Empfänger:innen beispielsweise nach Interessen, gekauften Produkten, Standort oder Aktivität.
Nutze nur Daten, die für den jeweiligen Zweck erforderlich und zulässig sind. Sensible oder überraschende Personalisierungen können bei Kund:innen Misstrauen auslösen.
3. Formuliere kurz und eindeutig
Der wichtigste Inhalt sollte bereits in der Überschrift oder im ersten Satz erkennbar sein. Vermeide unklare Formulierungen wie „Du wirst nicht glauben, was dich erwartet“.
Eine eindeutige Nachricht lautet beispielsweise:
„Deine Bestellung wurde versendet und ist voraussichtlich am Freitag bei dir.“
4. Verlinke auf das passende Ziel
Nach dem Öffnen sollte die Benachrichtigung direkt zur relevanten Ansicht führen. Eine Meldung zur Produktverfügbarkeit sollte auf das betreffende Produkt und nicht auf die Startseite verweisen.
Je weniger zusätzliche Schritte erforderlich sind, desto verständlicher ist der Ablauf.
5. Wähle den Versandzeitpunkt sorgfältig
Berücksichtige Zeitzonen, Tageszeit und Dringlichkeit. Eine Statusmeldung zu einer laufenden Bestellung ist zeitlich weniger flexibel als eine Produktempfehlung.
Nächtliche Marketingnachrichten können störend wirken. Auch mehrere Mitteilungen innerhalb weniger Stunden sollten vermieden werden, sofern sie nicht zu einem wichtigen laufenden Vorgang gehören.
6. Begrenze die Häufigkeit
Lege Regeln fest, wie viele Nachrichten eine Person innerhalb eines bestimmten Zeitraums erhalten kann. Berücksichtige dabei sowohl automatisierte als auch manuell geplante Kampagnen.
Besonders aktive Kund:innen können sonst gleichzeitig Warenkorb-, Preis-, Produkt- und Kampagnenmeldungen erhalten.
7. Teste verschiedene Varianten
Vergleiche unterschiedliche Überschriften, Versandzeiten oder Zielseiten. Verändere dabei jeweils nur einzelne Elemente, damit du Ergebnisse sinnvoll zuordnen kannst.
Ein Test sollte nicht allein auf hohe Öffnungszahlen abzielen. Entscheidend ist, ob die Nachricht die gewünschte und für Kund:innen sinnvolle Handlung unterstützt.
Datenschutz bei Push-Benachrichtigungen
Vor dem Versand müssen Unternehmen die erforderlichen Berechtigungen und datenschutzrechtlichen Anforderungen berücksichtigen. Nutzer:innen sollten nachvollziehen können, welche Art von Benachrichtigungen sie erhalten und wie sie ihre Auswahl ändern.
Sinnvoll sind insbesondere:
- eine verständliche Erklärung vor der Berechtigungsabfrage
- getrennte Auswahlmöglichkeiten für verschiedene Nachrichtentypen
- eine leicht zugängliche Abmeldung
- eine sparsame Verarbeitung personenbezogener Daten
- eine regelmäßige Prüfung der eingesetzten Push-Dienste
Eine technische Erlaubnis des Browsers oder Betriebssystems beantwortet nicht automatisch alle rechtlichen Fragen. Welche Anforderungen gelten, hängt unter anderem von Inhalt, Zweck, Datenverarbeitung und Zielmarkt ab.
Fazit
Push-Benachrichtigungen sind kurze Mitteilungen, die Apps oder Websites direkt an ein Endgerät senden. Im E-Commerce eignen sie sich besonders für Bestellinformationen, Warenkorberinnerungen, Verfügbarkeitsmeldungen und personalisierte Hinweise.
Ihr Vorteil liegt in der schnellen und sichtbaren Zustellung. Gleichzeitig kann der Kanal nur funktionieren, wenn Kund:innen die Mitteilungen als relevant empfinden. Ein klarer Anlass, eine passende Segmentierung, zurückhaltende Versandfrequenzen und verständliche Texte sind deshalb wichtiger als eine möglichst große Zahl versendeter Nachrichten.




