Influencer-Marketing zählt heute zu den wichtigsten Kanälen, um neue Zielgruppen zu erreichen. Laut Statista Market Insights wird der weltweite Umsatz im Jahr 2026 auf rund 48 Milliarden € geschätzt. Die Vorteile, Influencer:innen zur Bewerbung deiner Produkte zu engagieren, sind klar. Aber wie viel sollten Influencer:innen kosten?
Es gibt keinen einheitlichen Ansatz zur Messung der Leistung im Influencer-Marketing. Das kann es schwierig machen, die effektivsten Influencer :innen für deine Marke zu identifizieren und über Preise zu verhandeln.
Um dir zu helfen, findest du hier die neuesten Preisdaten für Influencer:innen im Jahr 2026 sowie wichtige Überlegungen, die du bei der Vereinbarung einer Partnerschaft mit Influencer:innen beachten solltest.
Was kostet Influencer-Marketing?
- Preise für Instagram-Influencer:innen
- Preise für TikTok-Influencer:innen
- Preise für YouTuber:innen
- Preise für Facebook-Influencer:innen
- Preise für Influencer:innen auf X
Marken verhandeln Preise direkt mit einzelnen Creator:innen oder deren Management. Das bedeutet, dass Influencer-Preise in der Regel vertraulich sind und je nach Reichweite, Plattform und Nische stark variieren.
„Es gibt keine feste Regel wie: Bei dieser Follower-Zahl verlangst du diesen Preis", sagt Mauricio Abascal, Managing Director bei Untitled Secret, einer Agentur für digitales Talent-Management, und Untitled Social, einem Social Studio.
„Wir könnten zum Beispiel beide Hüte verkaufen, und ich verlange 5 €, während du 500 verlangst. Bei Influencer-Preisen ist das genauso. Es ist sehr willkürlich, nicht reguliert. Das macht es schwierig, besonders auf der Markenseite."
Eine Möglichkeit, die Preisvorstellungen von Influencer:innen einzuschätzen, ist ein Blick auf ihre Reichweiten-Kategorie. „Wenn du weißt, in welche Kategorie sie fallen und ob sie deine anderen kreativen Kriterien erfüllen, kannst du einschätzen, ob das in dein Budget passt", ergänzt Mauricio.
Influencer:innen werden anhand ihrer Follower-Zahl in folgende Kategorien eingeteilt:
- Nano-Influencer:innen: 1.000 bis 10.000 Follower:innen
- Micro-Influencer:innen: 10.001 bis 100.000 Follower:innen
- Mid-Tier-Influencer:innen: 100.001 bis 500.000 Follower:innen
- Macro-Influencer:innen: 500.001 bis 1 Million Follower:innen
- Mega-Influencer:innen: mehr als 1 Million Follower:innen
Im Influencer-Marketing entwickeln sich die Preismodelle über reine Follower-Zahlen hinaus weiter. Moderne Preiskalkulationen berücksichtigen zunehmend die Qualität der Zielgruppe. Engagement-Signale wie Speicher- und Weiterleitungsraten sind oft aussagekräftiger als reine Reichweitenzahlen.
Nutze die folgenden Preisspannen als grobe Orientierung, nicht als feste Erwartungswerte. Mauricios Rat gilt auch hier: Influencer-Preise hängen viel stärker von der Qualität der Zielgruppe, der Engagement Rate und der Nischen-Expertise der Creator:innen ab als von der Follower-Zahl allein.
Plattformspezifische Preise variieren außerdem je nach Content-Format. Instagram-Feed-Posts, Stories, die nach 24 Stunden verschwinden, und Reels werden unterschiedlich berechnet. YouTube unterscheidet zwischen langen Videos und Shorts. Bei TikTok spielen Videolänge und Produktionsaufwand eine Rolle. Kläre bei der Preisbewertung immer genau, welche Formate und Leistungen im Preis enthalten sind.
Hier findest du eine allgemeine Übersicht über Influencer-Preise auf verschiedenen Plattformen:
Preise für Instagram-Influencer:innen
Instagram hat zwei Milliarden monatlich aktive Nutzer:innen und ist damit die zweitbeliebteste Social-Media-Plattform weltweit.
Die Influencer-Preise variieren je nach Anzahl der gebuchten Posts, dem Wert der Zielgruppe der Influencer:innen für eine Marke sowie weiteren Faktoren wie Produktionskosten oder Exklusivrechten.
Die Schätzungen aus verschiedenen Quellen zeigen eine große Bandbreite:
- Nano-Influencer:innen: 20 € bis 150 € pro Post
- Micro-Influencer:innen: 250 € bis 5000 € pro Post
- Mid-Tier-Influencer:innen: 1.500 € bis 10.000 € pro Post
- Macro-Influencer:innen: 5.000 € bis 25.000 € pro Post
- Mega-Influencer:innen: 10.000 € bis über 50.000 € pro Post
Mauricio betont, dass die Preise in seiner Erfahrung zwischen den Kategorien nicht so dramatisch springen, wie diese Zahlen vermuten lassen. Er rät Marken, ihr Budget nicht an diesen Spannen zu orientieren, besonders nicht am unteren Ende.
Auch das spezifische Instagram-Format beeinflusst die Influencer-Preise:
- Feed-Posts. Basis-Preisrahmen, die obigen Spannen beziehen sich in der Regel auf Feed-Posts.
- Stories. Günstigere Preise als Feed-Posts, da Stories nur 24 Stunden sichtbar sind und andere Engagement-Muster aufweisen.
- Reels. Oft höhere Preise als Feed-Posts, da Reels algorithmisch eine größere Reichweite erzielen und die Videoproduktion aufwendiger ist.
- Nutzungsrechte. Zusätzliche Gebühren, wenn eine Marke den Content für eigene Anzeigen weiterverwenden möchte.
- Exklusivitätsklauseln. Können die Preise erheblich erhöhen, da die Creator:innen dadurch nicht mit Wettbewerber:innen zusammenarbeiten dürfen.
Hier erfährst du, wie du deine Marketing-Kampagne mit Instagram-Influencer:innen startest.
Preise für TikTok-Influencer:innen
Ein viraler TikTok-Moment kann die Entwicklung einer Marke grundlegend verändern. TikTok hat zwar weniger monatlich aktive Nutzer:innen als Instagram, aber Nischen-Influencer:innen auf der Plattform erzielen oft ähnliche oder sogar höhere Influencer-Preise als ihre Instagram-Pendants.
Die geschätzten TikTok-Influencer-Preise nach Reichweite:
- Nano-Influencer:innen: 5 € bis 200 € pro Post
- Micro-Influencer:innen: 200 € bis 1.200 € pro Post
- Mid-Tier-Influencer:innen: 1.200 € bis 5.000 € pro Post
- Macro-Influencer:innen: 5.000 € bis 15.000 € pro Post
- Mega-Influencer:innen: 7.000 € bis über 20.000 € pro Post
TikToks Kurzvideoformat schafft eine eigene Preisdynamik. Die Produktionskosten sind generell niedriger als bei YouTube, können aber mit der Videolänge, der Komplexität des Schnitts und trendbezogenem Content steigen.
TikTok gewinnt weiter an Bedeutung: 31 % der Marketer:innen haben TikTok in ihre Influencer-Pläne für 2026 einbezogen. Das spiegelt die Fähigkeit der Plattform wider, Produktentdeckungen durch authentischen, unterhaltsamen Content zu fördern.
💡 Zum Weiterlesen: So gehst du viral auf TikTok: 16 Ideen
Preise für YouTuber:innen
YouTube-Videos halten die Aufmerksamkeit der Zuschauer:innen über einen längeren Zeitraum und bieten so mehrere Möglichkeiten zur Markenwerbung. Dank dieser Besonderheit und der großen Reichweite der Plattform verlangen YouTube-Influencer:innen oft höhere Influencer-Preise als ihre Kolleg:innen auf Instagram und TikTok.
Hier sind die Durchschnittswerte für die Preise von YouTuber:innen:
- Nano-Influencer:innen (10.000–50.000 Follower:innen): 200 bis 1.000 €
- Micro-Influencer:innen (50.000–100.000 Follower:innen): 1.000 bis 10.000 €
- Mid-Tier-Influencer:innen (100.000–500.000 Follower:innen): 9.000 bis 25.000 €
- Macro-Influencer:innen (500.000–1 Million Follower:innen): 10.000 bis 50.000 €
- Mega-Influencer:innen (1.000.000+ Follower:innen): 20.000+
Die YouTube-Preise unterscheiden sich außerdem je nach Format:
- Long-Form-Videos (ab acht Minuten). Höhere Preise aufgrund der längeren Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer:innen und mehrerer Platzierungsmöglichkeiten für Werbung, wie Pre-Roll, Mid-Roll oder dedizierte Segmente
- YouTube Shorts. Günstigere Preise als Long-Form-Videos aufgrund der kürzeren Laufzeit
- Dedizierte Produktrezensionen. Oft teurer als integrierte Erwähnungen, da das Produkt im gesamten Video im Fokus steht
- Unboxing- und Try-on-Videos. Mittlere Preisklasse, aber hohes Conversion-Potenzial für E-Commerce-Produkte
Manche YouTube-Influencer:innen berechnen ihre Preise basierend auf Videoaufrufen oder den Aufrufen eines Werbesegments innerhalb eines Videos.
Die Preise variieren außerdem je nach Content-Format. Manche Creator:innen produzieren Anzeigen für Marken und platzieren diese in regelmäßigen Abständen innerhalb organischer Inhalte. Andere erstellen gesponserten Content wie Unboxing-Videos, Produktrezensionen oder Try-on-Hauls, bei denen das Produkt durchgehend im Mittelpunkt steht.
💡 Verwende diese Formel, um den Wert einzelner Influencer:innen zu bewerten
David Gaylord, Unternehmer und ehemaliger Stabschef bei Shopify, verwendet diese einfache Formel, um zu sehen, ob Influencer:innen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten:
Durchschnittliche Anzahl der Aufrufe, Likes und Kommentare der letzten fünf Inhalte einzelner Influencer:innen / Preis Influencer:in
Indem du die Kosten für die Zusammenarbeit mit Influencer:innen durch ihre durchschnittliche Performance (bekannt als CPM) teilst, kannst du ihr Angebot besser bewerten und Influencer:innen auf deiner Shortlist vergleichen.
Preise für Facebook-Influencer:innen
Trotz Facebooks massiver globaler Nutzerbasis und seines Status als beliebteste Social-Media-Plattform der Welt rangiert es als Influencer-Marketing-Kanal hinter Instagram, TikTok und YouTube.
Diese geringere Nachfrage führt oft zu verhandlungsfreundlicheren Influencer-Preisen:
- Nano-Influencer:innen: 25 € bis 250 €
- Micro-Influencer:innen: 250 € bis 1.250 €
- Mid-Tier-Influencer:innen: 1.250 € bis 12.500 €
- Macro-Influencer:innen: 12.500 € bis 25.000 €
- Mega-Influencer:innen: 25.000 € oder mehr
Facebook eignet sich besonders gut, um spezifische Zielgruppen zu erreichen, vor allem die Gen X. Facebook-Gruppen bieten Zugang zu Nischen-Communities, die oft ein höheres Engagement erzielen als plattformweite Influencer-Posts.
Bei der Bewertung von Facebook-Influencer:innen solltest du die Engagement Rate noch stärker gewichten als auf anderen Plattformen, da die organische Reichweite auf Facebook deutlich zurückgegangen ist.
Preise für Influencer:innen auf X
X hat mehr als 550 Millionen aktive Nutzer:innen und bedient bestimmte Nischen besonders effektiv, vor allem Tech, Finanzen, News und B2B-Zielgruppen. Die Influencer-Preise liegen tendenziell unter denen visuell orientierter Plattformen.
Die geschätzten Influencer-Preise auf X:
- Nano-Influencer:innen: 2 € pro 1.000 Follower:innen
- Micro-Influencer:innen: 20 € bis 100 €
- Mid-Tier-Influencer:innen: 100 € bis 1.000 €
- Macro-Influencer:innen: 1.000 € bis 2.000 €
- Mega-Influencer:innen: 2.000 € oder mehr
Influencer-Partnerschaften auf X funktionieren anders als auf visuellen Plattformen. Thread-Inhalte, Quote-Tweets und konversationelles Engagement schaffen mehr Mehrwert als einzelne Posts.
Influencer-Preislisten und Preisberechnungen verstehen
Influencer-Preise sind nicht in Stein gemeißelt. Wer versteht, wie Influencer:innen ihre Preise kalkulieren, kann Angebote besser bewerten und effektiver verhandeln. Zwei Modelle dominieren: engagement-basierte Berechnungen und CPM-Modelle (Cost per Thousand Impressions).
Engagement-basierte Preisformel
Viele Influencer:innen und Agenturen nutzen diese Berechnung:
Preis = (Follower-Anzahl × Engagement-Rate × Preis pro Engagement) + zusätzliche Faktoren
So funktioniert das in der Praxis: Eine Micro-Influencerin mit 50.000 Follower:innen und einer Engagement Rate von 3 % könnte rechnen: 50.000 × 0,03 × 0,10 € = 150 € Basispreis. Dazu kommen Nutzungsrechte (50 €), Exklusivität (100 €) oder eine Rush Fee für kurzfristige Aufträge (25 €), was zu einem Endpreis von 325 € führt.
Der „Preis pro Engagement" variiert je nach Nische und Plattform. Beauty und Fashion erzielen höhere Sätze (0,10 € bis 0,15 €), während allgemeiner Lifestyle-Content oft günstiger ist (0,05 € bis 0,08 €).
CPM-basierte Preisgestaltung
Das CPM-Modell fokussiert sich auf Reichweite statt Engagement und folgt dieser Formel:
Preis = Anzahl der Views ÷ (1.000 × CPM-Satz)
Ein Beispiel: Beauty-Content auf TikTok erzielt oft einen CPM von 10 € bis 20 €. Ein Influencer, der typischerweise 100.000 Views erreicht, rechnet: 100 (Tausend Views) × 15 € CPM = 1.500 €.
CPM-Modelle eignen sich am besten für Brand-Awareness-Kampagnen, bei denen Impressionen wichtiger sind als direktes Engagement.
Rate Cards verstehen
Etablierte Influencer:innen stellen oft sogenannte Rate Cards bereit. Das sind standardisierte Preisübersichten mit:
- Basispreisen nach Content-Format (Feed-Post, Story, Reel, Video)
- Zusatzkosten (Nutzungsrechte, Exklusivität, kurzfristige Lieferung)
- Paketangeboten (mehrere Posts zu einem reduzierten Preis)
- Mindest-Engagement-Garantien oder Performance-Benchmarks
Rate Cards sind Ausgangspunkte für Verhandlungen, keine festen Preise. Vergleiche beim Prüfen einer Rate Card den genannten Preis mit der engagement-basierten Formel oben. Weichen sie stark voneinander ab, bitte die Influencer:innen um eine Erklärung der Preiskalkulation.
Erst ROI berechnen, dann entscheiden
Bevor du einen Preis akzeptierst, berechne den erwarteten Return on Investment:
(Erwarteter Gesamtgewinn – Investitionskosten) ÷ Investitionskosten × 100 = ROI %
Ein Beispiel: Du zahlst einer Influencerin 2.000 €. Basierend auf ihrer typischen Click Through Rate (CTR) von 2 % und deiner Conversion Rate von 3 % erwartest du 50 Conversions. Bei einem durchschnittlichen Bestellwert von 75 € und einer Marge von 40 % erzielst du: 50 × 75 € × 0,4 = 1.500 € Gewinn. ROI = (1.500 € – 2.000 €) ÷ 2.000 € = –25 % (nicht profitabel).
Diese Berechnung zeigt: Du brauchst entweder einen niedrigeren Preis (unter 1.500 €), höhere Conversion-Erwartungen oder einen besseren durchschnittlichen Bestellwert, um die Investition zu rechtfertigen. Führe diese Rechnung vor jeder Partnerschaft durch.

Wie findest du Influencer:innen in deinem Budget?
- Engagement bei gesponserten Posts
- Follower-Wachstum
- Demografie
- Interaktion mit deiner Marke
- Bots
- Preisliste und Ergebnisse von Influencer:innen
Die Qualität des Engagements ist wichtiger als die Anzahl der Follower:innen. Nano-Influencer:innen mit 8.000 sehr aktiven Follower:innen in deiner Nische erzielen häufig einen besseren ROI als Makro-Influencer:innen mit 800.000 Follower:innen, die kaum mit den Inhalten interagieren.
Berücksichtige die folgenden Faktoren, um dein Influencer-Marketing-Budget möglichst effektiv einzusetzen:
Engagement bei gesponserten Posts
Gesponserte Posts erhalten in der Regel weniger Engagement als organische Inhalte. Influencer:innen wissen das und planen bezahlte Inhalte strategisch zwischen beliebteren organischen Posts.
Um zu vermeiden, die potenzielle Leistung von Influencer:innen zu überschätzen, solltest du den Erfolg ihrer gesponserten Inhalte analysieren, nicht den gesamten Content.
Orientiere dich daran, was in der jeweiligen Influencer-Kategorie als „gutes“ Engagement gilt. Besonders interessant sind Influencer:innen, deren gesponserte Inhalte im Vergleich zu ihren organischen Posts weiterhin ein starkes Engagement erzielen.
Erhalten gesponserte Posts dagegen deutlich weniger Engagement als organische Inhalte, steht die Community Werbeinhalten möglicherweise skeptisch gegenüber. Eine Zusammenarbeit kann dadurch zu einer riskanteren Investition werden.
Follower-Wachstum
Influencer:innen mit einer schnell wachsenden Community können besonders interessant sein, da Social-Media-Algorithmen die Reichweite von Beiträgen beliebter Accounts zusätzlich verstärken können.
Diese Kennzahl kann dir helfen, wenn du zwischen mehreren Influencer:innen in deiner engeren Auswahl entscheiden oder Konditionen verhandeln möchtest. Vergleiche beispielsweise anhand der Daten des vergangenen Monats, wie sich die Follower-Zahlen der einzelnen Accounts entwickelt haben.
Das Follower-Wachstum kann sich zwar auf die Preise von Creator:innen auswirken, sollte laut Mauricio aber nicht der einzige Faktor für eine mögliche Zusammenarbeit sein. „Das Follower-Wachstum kann für eine Marke eine Rolle bei der Entscheidung für eine Zusammenarbeit spielen, ist aber nicht immer der wichtigste Faktor“, sagt er.
Demografie
Die meisten Social-Media-Plattformen stellen detaillierte demografische Daten zur Verfügung. Du kannst sie nutzen, um deine Influencer-Marketing-Strategie zu entwickeln und zu entscheiden, mit welchen Creator:innen du zusammenarbeiten möchtest.
Wenn dein Onlineshop beispielsweise nur innerhalb Deutschlands versendet, solltest du die Größe und Engagement Rate eines Influencer-Accounts immer auch im Verhältnis zur geografischen Verteilung seiner Community betrachten.
Markenbekanntheit außerhalb deines Zielmarktes aufzubauen, ist zwar nicht grundsätzlich schlecht. Dein Fokus sollte aber nicht darauf liegen.
Neben dem Standort solltest du folgende Merkmale prüfen:
- Alter: Entspricht die Altersstruktur der Community deinem Kundenprofil?
- Geschlechterverteilung: Besonders wichtig bei Produkten, die sich gezielt an bestimmte Geschlechter richten.
- Einkommensniveau: Luxusmarken benötigen eine kaufkräftige Zielgruppe, während günstigere Marken eher preisbewusste Follower:innen erreichen möchten.
- Gerätenutzung: Eine überwiegend mobile Zielgruppe verhält sich anders als Nutzer:innen, die hauptsächlich Desktop-Geräte verwenden.
Bitte vor einer Zusammenarbeit um eine Aufschlüsselung der demografischen Daten der Community. Die meisten Plattformen stellen Creator:innen diese Informationen zur Verfügung und professionelle Influencer:innen sind entsprechende Anfragen gewohnt. Kann oder möchte jemand keine demografischen Daten teilen, solltest du das als Warnsignal betrachten.
Interaktion mit deiner Marke
Wenn du nach passenden Influencer:innen suchst, lohnt sich zunächst ein Blick darauf, wer bereits mit deiner Marke interagiert. Sieh dir deine Follower:innen, markierten Beiträge und Kommentare an und suche nach Creator:innen, die echtes Interesse an deinem Produkt zeigen.
„Wenn wir für unsere Kund:innen und Markenpartner nach Influencer:innen suchen, schauen wir zuerst, wer bereits organisch mit der Marke in den sozialen Medien interagiert“, sagt Mauricio.
„Wir suchen nach diesem authentischen, organischen Engagement. Wenn unsere Manager:innen dann Kontakt aufnehmen, ist der Übergang zu einem Gespräch über eine konkrete Kampagne viel einfacher.“
Creator:innen, die bereits Inhalte über deine Produktkategorie veröffentlichen – auch über Produkte deiner Konkurrenz – können ideale Partner:innen sein. Sie haben bereits ein echtes Interesse an der Kategorie gezeigt. Prüfe beispielsweise:
- Haben sie deine Marke oder deine Produkte bereits aus eigenem Antrieb erwähnt?
- Interagieren sie mit deinen Social-Media-Inhalten, etwa durch Kommentare oder Shares?
- Haben sie bereits über deine Konkurrenz gepostet? Das muss kein Ausschlusskriterium sein, sondern kann zeigen, dass sie für deine Produktkategorie relevant sind.
- Passen ihre Werte zur Positionierung deiner Marke?
Eine authentische Verbindung zur Marke kann einen großen Unterschied für die Performance machen. Communities erkennen schnell, wenn eine Kooperation erzwungen wirkt. Influencer:innen, die wirklich von deinem Produkt begeistert sind, können überzeugendere Inhalte erstellen als Creator:innen, denen es lediglich um die Vergütung geht.
Bots
Sei vorsichtig bei Influencer:innen, die mit überhöhten Performance-Zahlen werben. Manche Accounts erzeugen künstliches Engagement, indem sie für Follower:innen bezahlen, hinter denen möglicherweise nicht einmal echte Menschen stehen.
Achte auf diese typischen Anzeichen für Bot-Traffic:
- Unregelmäßige, plötzliche Sprünge beim Follower-Wachstum
- Stark schwankende Engagement-Raten
- Wiederholte oder sehr allgemein gehaltene Kommentare
- Kommentare von Accounts ohne Profilbild oder mit generischen Nutzernamen
- Gebündeltes Engagement, bei dem sämtliche Likes und Kommentare innerhalb weniger Minuten eintreffen
- Follower-Accounts, die Tausenden Accounts folgen, selbst aber nur wenige Follower:innen haben
- Ungewöhnlich hohe Follower-Zahlen im Verhältnis zum Engagement
Tools wie HypeAuditor können Influencer-Accounts auf Fake-Follower:innen untersuchen. Auch viele seriöse Influencer:innen haben einige Bot-Follower:innen. Auf großen Plattformen lässt sich das kaum vollständig vermeiden. Sprich potenzielle Partner:innen deshalb direkt auf die Qualität ihrer Community an. Professionelle Creator:innen beobachten diese Daten selbst und sind entsprechende Fragen gewohnt.
Preisliste und Ergebnisse von Influencer:innen
Viele etablierte Influencer:innen erstellen Media Kits für potenzielle Markenpartnerschaften. Darin findest du häufig Rate Cards mit der erwarteten Vergütung für verschiedene Leistungen sowie Reels und Leistungspakete mit bisherigen Performance-Highlights.
Kontaktiere Influencer:innen vor den eigentlichen Vertragsverhandlungen, um ihre Preisvorstellungen kennenzulernen. Wenn du weißt, welche Preise Influencer:innen in deiner Nische oder Branche üblicherweise verlangen, kannst du fundiertere Entscheidungen treffen.
Berücksichtige bei der Bewertung von Preislisten folgende Faktoren:
- Bisherige Kampagnen-Performance, beispielsweise Conversion Rates, Engagement-Kennzahlen und generierter Traffic
- Übereinstimmung der demografischen Merkmale der Community mit deiner Zielgruppe
- Engagement Rate im Vergleich zum Durchschnitt der jeweiligen Influencer-Kategorie
- Nutzungsrechte und Exklusivitätsbedingungen, die entweder im Grundpreis enthalten sind oder zusätzlich berechnet werden
- Paketpreise oder Rabatte bei der Buchung mehrerer Posts
Professionelle Media Kits enthalten Fallstudien mit Ergebnissen früherer Kampagnen. Achte dabei nicht nur auf oberflächliche Kennzahlen wie Impressionen, sondern auch auf konkrete Geschäftsergebnisse wie Klickraten, Conversions und generierte Verkäufe.
Können Creator:innen keine Performance-Daten vorlegen, ist die Person entweder noch neu bei Markenkooperationen oder hat die Ergebnisse bisher nicht erfasst. In beiden Fällen solltest du vorsichtig sein oder niedrigere Preise ansetzen.
Hier findest du die besten Influencer-Marketing-Plattformen, um passende Content Creator:innen zu finden.
Wie bekommst du einen guten Influencer-Preis?
- Leg einfach los
- Setze deine Ziele
- Bau eine Beziehung auf
- Biete eine Affiliate-Provision an
- Berechne den erwarteten ROI
- Berücksichtige Produktionskosten
- Biete zusätzlichen Mehrwert
- Plane den Zeitrahmen flexibel
Bei Verhandlungen geht es nicht darum, Influencer:innen auf den niedrigstmöglichen Preis herunterzuhandeln. Das kann zu Unzufriedenheit mit der Zusammenarbeit und mittelmäßigen Inhalten führen. Vielmehr geht es darum, eine faire Vergütung zu finden, die den tatsächlichen Wert der Leistung widerspiegelt und die Interessen beider Seiten mit deinen Geschäftszielen in Einklang bringt.
Damit eine Zusammenarbeit mit Influencer:innen erfolgreich ist, sollten beide Seiten mit der vereinbarten Vergütung zufrieden sein. Mit diesen Tipps kannst du dein Budget festlegen und effektiv verhandeln:
1. Leg einfach los
Du musst keine etablierte Marke sein, um mit Influencer:innen zusammenzuarbeiten.
„Solange deine Marke eine klare Markenidentität und mindestens ein Produkt oder eine Dienstleistung hat, die beworben werden kann, bist du bereit für die Zusammenarbeit mit Influencer:innen“, sagt Mauricio.
„Du bist nie zu klein. Genau darum geht es bei der Zusammenarbeit mit Influencer:innen: Zielgruppen zu erreichen, die du sonst vielleicht nicht erreichen würdest.“
2. Setze deine Ziele
Definiere, was du durch die Investition in einzelne Influencer:innen erreichen möchtest, und lege wichtige Leistungskennzahlen fest, um den Erfolg zu verfolgen. Deine Ziele könnten Folgendes umfassen:
- Steigerung der Markenbekanntheit
- Umsatzsteigerung
- Follower:innen gewinnen
- Aufbau von sozialem Vertrauen
Markenbekanntheit
Influencer:innen können ihre Follower:innen auf deine Marke aufmerksam machen und deine Botschaften verbreiten. Ob diese Aufmerksamkeit anschließend zu mehr Website-Besuchen und Conversions führt, hängt davon ab, ob du eine relevante Zielgruppe erreichst.
Um deine Markenbekanntheit zu steigern, musst du nicht unbedingt mit großen Influencer:innen zusammenarbeiten. Kleinere Influencer:innen sprechen häufig spezifische Nischen an und können dir so Zugang zu einer engagierten Community verschaffen. Außerdem können kleinere Influencer:innen noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Das bietet dir die Chance, frühzeitig eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.
Miss die Markenbekanntheit anhand von Social-Media-Metriken wie Reichweite, Impressionen und Klicks auf deine Website oder Social-Media-Accounts.
Umsatz
Wenn dein Ziel darin besteht, den Umsatz zu steigern, verfolge Kennzahlen wie Conversions, Klickrate und Umsatz.
Arbeite mit Influencer:innen zusammen, die dein Produkt oder deine Dienstleistung präsentieren können, zum Beispiel mit Lifestyle-Influencer:innen, die dein Produkt in ihren Alltag integrieren.
Follower:innen
Cross-Posting zwischen Influencer:innen und einem Markenaccount ist oft der beste Weg, um Follower:innen durch Influencer-Marketing zu gewinnen. Überwache Kennzahlen wie Follower-Wachstum, Engagement Rate und die Anzahl neuer Follower:innen, die während und nach deiner Kampagne gewonnen wurden.
Social Proof
Social Proof spielt eine entscheidende Rolle beim Aufbau von Vertrauen und Glaubwürdigkeit für deine Marke. Wenn Kund:innen nach der Sicherheit suchen, einen Kauf zu tätigen, konsultieren sie oft soziale Medien, um Bestätigung zu erhalten, dass ein Produkt beliebt und effektiv ist.
Verfolge die Fähigkeit einzelner Influencer:innen, Social Proof zu generieren, indem du Kommentare, Likes, Shares und nutzergenerierte Inhalte im Zusammenhang mit der Kampagne misst.
3. Bau eine Beziehung auf
Bevor du Influencer:innen wegen einer Kampagne kontaktierst, solltest du eine Beziehung zu ihnen aufbauen. „Wenn wir mit unseren Markenpartner:innen sprechen und ihnen Tipps für den Kontakt mit Influencer:innen geben, fragen wir sie: ‚Seid ihr denn auch in ihren DMs und Kommentarspalten unterwegs und interagiert mit ihren Inhalten, wenn ihr in Zukunft mit ihnen zusammenarbeiten möchtet?‘“, sagt Mauricio.
Plane für den Beziehungsaufbau ausreichend Zeit ein: Beginne zwei bis drei Monate vor deiner Anfrage für eine Kooperation damit, regelmäßig mit den Inhalten der Influencer:innen zu interagieren. Kommentare, Shares und Gespräche per Direktnachricht über ihre Inhalte helfen dir dabei, eine echte Verbindung aufzubauen. Wenn du schließlich eine Zusammenarbeit vorschlägst, ist deine Marke bereits bekannt und deine Anfrage kommt nicht völlig unerwartet.
4. Biete eine Affiliate-Provision an
Affiliate-Marketing ist ein erfolgsbasiertes Preismodell, bei dem eine Marke Influencer:innen eine Verkaufsprovision zahlt.
Affiliate-Influencer:innen erhalten einen einzigartigen Referral-Link, den sie mit ihrem Publikum teilen. Wenn Follower:innen auf den Link klicken und einen Kauf tätigen, erhalten diese Influencer:innen einen Prozentsatz.
Da Affiliates basierend auf ihrem Erfolg bezahlt werden, kann der Start eines Affiliate-Programms dir helfen, den größten Wert aus deinen Influencer:innen zu ziehen.
Du kannst maßgeschneiderte Affiliate-Deals mit mehreren Influencer:innen und anderen Content-Creator:innen wie Blogger:innen, Rezensent:innen und Podcaster:innen verhandeln. Recherchiere die Affiliate-Programme deiner Wettbewerber:innen, um zu sehen, welche Provisionen sie anbieten.
5. Berechne den erwarteten ROI
Der projizierte Return on Investment ist eine der einfachsten Methoden, um zu sehen, ob Creator:innen in dein Budget passt.
Um den ROI von Influencer:innen zu berechnen, verwende diese Prozentformel:
(Erwarteter Gesamtnutzen aus der Investition – Investitionskosten) / Investitionskosten x 100 = ROI %
Wenn du beispielsweise 2.000 € in deine Influencer-Marketing-Kampagne investierst und erwartest, 9.000 € an Wert zurückzubekommen, beträgt dein ROI 350 %.
6. Berücksichtige Produktionskosten
Wenn du mit kleineren Influencer:innen arbeitest, solltest du in Erwägung ziehen, Reise- und Nebenkosten anstelle einer Pauschalgebühr anzubieten. Dies kann mehr Wert für deine Investition bieten, und möglicherweise kannst du einige der Kosten absetzen.
Komplexe Drehs organisieren größere Influencer:innen in der Regel selbst. Es ist jedoch immer eine gute Idee, zu verstehen, wie sich deine Content-Anforderungen auf die Produktion auswirken. Wenn dein Brief die Anmietung zusätzlicher Ausrüstung, Besetzung und Crew oder ungewöhnlicher Drehorte erfordert, musst du möglicherweise einen höheren Preis vereinbaren.
7. Biete zusätzlichen Mehrwert
Wenn dein Budget unter den Preisvorstellungen der Influencer:innen liegt, kannst du überlegen, welchen zusätzlichen Mehrwert du anbieten kannst.
„Marken können beispielsweise ein großzügiges Guthaben für ihren Onlineshop oder ein Produktset anbieten, das einen zusätzlichen Mehrwert schafft“, sagt Mauricio.
Zusätzliche Leistungen, die nicht aus einer direkten Geldzahlung bestehen, können beispielsweise sein:
- Produktpakete, die Influencer:innen an ihre Community verschenken können und so die Beziehung verlängern
- Früher Zugang zu neuen Produkten, wodurch sich Influencer:innen als Insider:innen fühlen
- Affiliate-Provisionen für zukünftige Verkäufe, die eine fortlaufende Einnahmequelle schaffen
- Mehr Flexibilität bei der Content-Erstellung durch weniger einschränkende Briefings
- Eine langfristige Partnerschaft, die stabile Konditionen über mehrere Kampagnen hinweg ermöglicht
Viele Influencer:innen schätzen kreative Freiheit mehr als eine höhere Vergütung. Wenn du die Anzahl der Korrekturschleifen gering hältst und auf ihr Gespür für die eigenen Inhalte vertraust, kann das bei den Verhandlungen zusätzlichen Spielraum schaffen. Creator:innen erstellen häufig lieber authentische Inhalte mit mehr kreativer Freiheit als stark gebrandete Inhalte mit zahlreichen Einschränkungen.
8. Plane den Zeitrahmen flexibel
Bei der Zusammenarbeit mit Influencer:innen solltest du klare Erwartungen formulieren und ihren Produktionszeitraum berücksichtigen. Mehrere Posts innerhalb eines kurzen Zeitraums anzufordern, kann dein Angebot schwer umsetzbar machen, insbesondere für gefragte Influencer:innen, die bereits andere Verpflichtungen haben.
Als grobe Orientierung kannst du je nach Kampagnentyp folgende Zeiträume einplanen:
- Produktlaunches: mindestens zwei bis drei Wochen Vorlauf, damit ausreichend Zeit für hochwertige Inhalte bleibt
- Saisonale Kampagnen: vier bis sechs Wochen Vorlauf, beispielsweise für Feiertage oder den Schulstart
- Langfristige Markenpartnerschaften: drei bis sechs Monate Laufzeit mit monatlich vereinbarten Leistungen
- Einmalige Promotions: Bei einfachen Posts können ein bis zwei Wochen ausreichen
Wenn du Influencer:innen frühzeitig buchst, haben sie mehr Flexibilität bei ihrer Planung und du reduzierst mögliche Aufschläge für kurzfristige Aufträge.
Faktoren, die Influencer-Preise beeinflussen
- Nutzungsrechte
- Exklusivität
- Agenturgebühren
- Creative Brief
- Kampagnenlänge
- Kombi-Posts
- Rush Fees für kurzfristige Anfragen
- Link in der Bio
Über die Größe des Publikums und die Engagement Rate hinaus können Influencer:innen ihre Preise basierend auf diesen Faktoren anpassen:
Nutzungsrechte
Wenn du Inhalte später für Anzeigen oder andere Zwecke weiterverwenden möchtest, solltest du mit höheren Preisen rechnen.
Bei Nutzungsrechten spielen vor allem diese Punkte eine Rolle:
- Nur organische Nutzung auf den Kanälen der Influencer:innen: In der Regel im Grundpreis enthalten.
- Reposts auf den Social-Media-Kanälen deiner Marke: Hier können zusätzliche Gebühren anfallen.
- Bezahlte Werbung, zum Beispiel Facebook oder Instagram Ads: Hier können zusätzliche Gebühren anfallen.
- Website und Marketingmaterialien: Hier können zusätzliche Gebühren anfallen.
- Unbegrenzte und zeitlich unbefristete Nutzung: Dafür werden in der Regel die höchsten Aufschläge berechnet.
- Exklusive Inhalte, die Influencer:innen selbst nicht erneut veröffentlichen dürfen: Hier können ebenfalls zusätzliche Gebühren anfallen.
Kläre die Nutzungsrechte am besten direkt zu Beginn der Verhandlungen. Lege fest, wie lange du die Inhalte verwenden darfst, zum Beispiel drei oder sechs Monate oder dauerhaft, und für welche Kanäle die Rechte gelten.
Viele Influencer:innen verlangen für zeitlich begrenzte Nutzungsrechte geringere Gebühren. Wenn du die Inhalte beispielsweise nur für eine Kampagne im vierten Quartal benötigst, zahlst du häufig weniger, als wenn du sie unbegrenzt verwenden möchtest.
Exklusivität
Eine Exklusivitätsklausel verhindert, dass Influencer:innen während eines bestimmten Zeitraums mit deiner Konkurrenz zusammenarbeiten. Da sie dadurch auf andere potenzielle Kooperationen verzichten, musst du die Konditionen in der Regel separat verhandeln.
Bei Exklusivität kannst du zwischen verschiedenen Varianten unterscheiden:
- Kategorieexklusivität: Influencer:innen dürfen nicht mit direkten Wettbewerber:innen zusammenarbeiten. Dafür fallen häufig höhere Preise an.
- Plattformexklusivität: Inhalte dürfen nur auf einer bestimmten Plattform veröffentlicht werden. Auch dafür können zusätzliche Gebühren anfallen.
- Vollständige Exklusivität: Influencer:innen dürfen überhaupt keine konkurrierenden Produkte bewerben. Dafür werden in der Regel die höchsten Aufschläge verlangt.
- Dauer: Für kampagnenbezogene Exklusivität sind Zeiträume von zwei bis sieben Tagen üblich.
Je enger du die Exklusivität definierst, desto eher kannst du Kosten sparen. Statt etwa sämtliche Beauty-Marken auszuschließen, kannst du die Klausel auf Seren für die Gesichtspflege beschränken. Statt zwölf Monate lang jede Zusammenarbeit mit Wettbewerber:innen zu verbieten, kannst du beispielsweise drei Monate rund um deine Kampagne vereinbaren.
Viele Influencer:innen akzeptieren eine angemessen eingegrenzte Kategorieexklusivität, lehnen aber sehr weitreichende Einschränkungen eher ab.
Agenturgebühren
Viele Influencer:innen werden von Agenturen oder Manager:innen vertreten. Dadurch können zusätzliche Gebühren entstehen.
„Ich habe den Eindruck, dass Influencer:innen mit Management häufig höhere Preise verlangen, weil Manager:innen natürlich ebenfalls an den Einnahmen beteiligt sind“, sagt Mauricio. „Sie möchten verständlicherweise höhere Preise durchsetzen. Gleichzeitig beraten Manager:innen Creator:innen unserer Erfahrung nach aber auch dabei, ihren tatsächlichen Wert angemessen zu berechnen.“
Agenturen können Verhandlungen vereinfachen, für einen professionellen Ablauf sorgen und organisatorische Aufgaben rund um Verträge übernehmen. Gerade bei größeren Kampagnen kann sich der zusätzliche Preis deshalb lohnen.
Einige Influencer:innen rechnen die Agenturgebühr bereits in ihren angebotenen Gesamtpreis ein. Du zahlst dann einen Gesamtbetrag, den Influencer:in und Management untereinander aufteilen. Andere weisen die Gebühren separat aus, zum Beispiel als Creator Honorar plus Agenturgebühr.
Kläre deshalb vorab, wie die Abrechnung aufgebaut ist, damit später keine unerwarteten Zusatzkosten entstehen.
Creative Brief
Ein Creative Brief beschreibt die Ziele und Erwartungen einer Kampagne. Je mehr Vorgaben du Creator:innen machst, desto höher fällt in der Regel auch der Preis aus. Wenn du mehr kreative Freiheit lässt, kannst du dagegen häufig bessere Konditionen aushandeln.
„Eine Creatorin ist möglicherweise eher bereit, dir beim Preis entgegenzukommen, wenn du sagst: Wir haben kein 20 Seiten langes Creative Brief, das du exakt befolgen musst. Du hast bei der Umsetzung viel kreative Freiheit und es wird keine 20 Korrekturrunden geben“, sagt Mauricio.
Wie stark du die kreative Umsetzung steuerst, kann den Preis unterschiedlich beeinflussen:
- Volle kreative Freiheit innerhalb deiner Markenrichtlinien: In der Regel Grundpreis.
- Lockeres Briefing mit Kernbotschaften, Tonalität und CTA: Kann zusätzliche Anforderungen mit sich bringen.
- Detailliertes Skript mit genauen Formulierungen, Einstellungen und Timing: Häufig höhere Preise.
- Mehrere Korrekturrunden, zum Beispiel drei oder mehr: Kann zusätzliche Gebühren verursachen.
- Freigabe durch die Marke vor der Veröffentlichung: Kann den Preis ebenfalls beeinflussen.
Die erfolgreichsten Inhalte vieler Influencer:innen entstehen dann, wenn sie ausreichend kreative Freiheit haben. Sie kennen ihre eigene Community meist besser als du.
Vermittle deshalb die wichtigsten Produktinformationen und Kernbotschaften, lass ihnen bei Format, Tonalität und Präsentation aber möglichst viel Spielraum. Zu viele Vorgaben können das Engagement verschlechtern und gleichzeitig die Kosten erhöhen.
Kampagnenlänge
Die Dauer einer Kampagne wirkt sich direkt auf den Preis aus. Eine einmalige Aktion, etwa ein Gewinnspiel oder eine Promotion, kostet in der Regel weniger als eine längerfristige Markenpartnerschaft.
So kann sich die Kampagnenlaufzeit auf die Preise auswirken:
- Ein einzelner Post: Grundpreis.
- Drei Posts innerhalb eines Monats: Möglicherweise Rabatt auf den Preis pro Post.
- Sechsmonatige Markenpartnerschaft mit monatlichen Leistungen: Möglich sind Mengenrabatte.
- Zwölfmonatige Partnerschaft: Langfristigere Rabatte können möglich sein.
Längere Vereinbarungen können die Kosten pro Post senken. Gleichzeitig steigen aber deine Gesamtausgaben und das Risiko, dich langfristig an eine Zusammenarbeit zu binden.
Teste Influencer:innen deshalb zunächst mit einem einzelnen Post oder einer Kampagne mit drei Beiträgen, bevor du eine langfristige Markenpartnerschaft vereinbarst. Zeigen die Ergebnisse, dass die Zusammenarbeit funktioniert, kannst du anschließend längere Laufzeiten zu günstigeren Konditionen verhandeln.
Kombi-Posts
Wenn deine Marke auf mehreren Plattformen aktiv ist, kannst du Influencer:innen bitten, ihre Inhalte für unterschiedliche Kanäle aufzubereiten. Solche Kombinationen kosten mehr, können dir aber helfen, verschiedene Zielgruppen zu erreichen und deinen ROI zu steigern.
Die Preisgestaltung für mehrere Plattformen funktioniert häufig so:
- Post auf der Hauptplattform: Grundpreis.
- Derselbe Content auf einer zweiten Plattform: Zusätzliche Gebühr für den geringen Mehraufwand.
- Eigener Content für eine zweite Plattform: Höhere Gebühr, da zusätzliche Inhalte produziert werden müssen.
Wenn du Inhalte für mehrere Plattformen benötigst, kannst du Paketpreise verhandeln. Kläre dabei genau, ob derselbe Content lediglich wiederverwendet oder speziell für jede Plattform angepasst werden soll.
Plattformspezifisch optimierte Inhalte kosten in der Regel mehr, können aber auch bessere Ergebnisse erzielen.
Rush Fees für kurzfristige Anfragen
Wenn du bei deinem Zeitplan flexibel bist, kannst du häufig bessere Preise erzielen. Bei besonders kurzen Vorlaufzeiten verlangen Influencer:innen dagegen oft einen Aufschlag.
Je nach Zeitrahmen kann das beispielsweise so aussehen:
- Standardzeitraum von zwei bis drei Wochen: In der Regel kein Aufschlag.
- Verkürzter Zeitraum von einer Woche: Aufschläge können anfallen.
- Dringende Anfrage mit 48 bis 72 Stunden Vorlauf: Höhere Aufschläge.
- Veröffentlichung noch am selben Tag: Die höchsten Aufschläge, sofern Influencer:innen eine solche Anfrage überhaupt annehmen.
Diese Aufschläge entschädigen Influencer:innen dafür, ihre Planung umzustellen, andere Aufträge möglicherweise abzulehnen und deine Inhalte zu priorisieren.
Plane deine Kampagnen möglichst vier bis sechs Wochen im Voraus, um solche Zusatzkosten zu vermeiden. Wenn sich eine kurzfristige Anfrage nicht vermeiden lässt, solltest du den zusätzlichen Aufwand anerkennen und bereit sein, dafür einen höheren Preis zu zahlen. Das kann auch die Grundlage für eine gute langfristige Zusammenarbeit schaffen.
Link in der Bio
Wenn du vor allem Traffic auf deine Website bringen möchtest, kann ein Link in der Bio von Influencer:innen wertvoll sein. Rechne dafür allerdings mit zusätzlichen Kosten. Außerdem sind nicht alle Influencer:innen bereit, diesen Platz zur Verfügung zu stellen.
Links in der Bio gelten als besonders wertvoller Platz. Influencer:innen reservieren sie häufig für ihre wichtigsten Aktionen oder dauerhafte Linkseiten wie Linktree. Möchtest du dort für deine Kampagne einen Link platzieren, können deshalb zusätzliche Gebühren anfallen. Schließlich verdrängt dein Link andere Möglichkeiten und muss nach Ende der Kampagne wieder ausgetauscht werden.
Alternativen, bei denen du häufig keine zusätzliche Gebühr für einen Bio-Link zahlen musst, sind:
- Links in Instagram Stories
- Links in TikTok-Videos
- Individuelle Rabattcodes
- Angepinnte Links in Kommentaren
Links in der Bio erzielen häufig weniger Klicks als Links oder Rabattcodes, die direkt im Content eingebunden sind. Wenn du keine langfristige Markenpartnerschaft planst, kannst du deshalb häufig auf einen Bio-Link verzichten und stattdessen Story Links oder Rabattcodes verwenden.
Arten von Influencer-Partnerschaften
Hier sind die beliebtesten Influencer-Partnerschaften zwischen Marken und Creator:innen:
Affiliate
Affiliate-Influencer:innen bewerben Produkte oder Dienstleistungen im Austausch für eine Provision auf Verkäufe, die aus ihrer Empfehlung resultieren. Affiliate-Marketing ist eine beliebte Art der Partnerschaft für Marken und Creator:innen aufgrund seiner Zugänglichkeit. Es fallen keine Vorabkosten für beide Parteien an.
Je nach Influencer:in und dem beworbenen Produkt können die Provisionssätze erheblich variieren.
💡Zum Weiterlesen: Instagram-Influencer-Marketing: Dein kompletter Leitfaden
Markenbotschafter:innen
Markenbotschafter:innen sind Influencer:innen, die regelmäßig Inhalte über deine Marke und Produkte teilen. Dies ist eine langfristige Partnerschaft, in der Influencer:innen stark mit einem Unternehmen assoziiert werden und als dessen offizieller Fan (oder inoffizielle/r Sprecher:in) agieren.
Gesponserte Inhalte
Ein standardmäßiger gesponserter Post besteht aus einem Foto oder Video sowie einer Bildunterschrift. In der Regel erstellen Influencer:innen alle Inhalte, aber interne Marketer:innen können mit Influencer:innen zusammenarbeiten, um gesponserte Posts zu entwickeln.
Geschenke
Einige Marken senden Produkte an Influencer:innen in der Hoffnung, positives öffentliches Feedback zu erhalten. Diese Taktik ist bei Micro-Influencer:innen oft effektiver, die Geschenke im Austausch für eine Erwähnung akzeptieren.
Gewinnspiele
Gewinnspiele und Wettbewerbe sollen Follower:innen anziehen und die Markenbekanntheit steigern. Diese kurzfristigen Partnerschaften können mehrere Influencer:innen einbeziehen.
Dein Gewinnspielbudget sollte die damit verbundenen Kosten (einschließlich der Kosten für Preise) und den erwarteten ROI umreißen.
Gewinnspiele erzeugen in der Regel einen positiven ROI. Daher solltest du darauf abzielen, einen Gewinn aus deiner Kampagne zu erzielen. Wenn du ein Produkt verkaufst, bedeutet das, dass dein Influencer-Budget und die Kosten für Preise geringer sein sollten als deine erwarteten Verkaufsrückflüsse.
Wenn du eine Awareness-Kampagne durchführst, sollte dein Gewinnspielbudget geringer sein als der Medienwert. Eine Möglichkeit, den Medienwert vorherzusagen, besteht darin, zu bestimmen, wie viele Impressionen, Follower:innen und Engagements eine Partnerschaft voraussichtlich produzieren wird, und diese Zahlen mit Branchenbenchmarks zu vergleichen.
Erwähnung in der Bildunterschrift
Eine Erwähnung in der Bildunterschrift ist ähnlich wie ein gesponserter Post. Sie können für jeden Call-to-Action verwendet werden und sind aufgrund der niedrigen Produktionskosten eine kostengünstige Option.
Plattformübernahme
Bei einer Plattformübernahme erstellen Influencer:innen Inhalte für den Account einer Marke. Übernahmen sind auf Instagram, TikTok und Snapchat am beliebtesten und werden verwendet, um Follower:innen zu gewinnen und neue Zielgruppen zu erreichen.
Der Preis von Einfluss
Ob einzelne Erwähnung oder langfristige Partnerschaft: Die richtigen Influencer:innen können Kund:innen auf eine Weise erreichen, die Marken selbst nur schwer nachbilden können.
Wenn es dir schwerfällt, Social Proof für deine Produkte aufzubauen, deine Markenbekanntheit zu steigern oder überhaupt von deiner Zielgruppe wahrgenommen zu werden, kann es sinnvoll sein, Budget für eine Influencer-Marketing-Kampagne einzuplanen.
Da sich die Branche zunehmend in Richtung erfolgsbasierter Vergütungsmodelle entwickelt, brauchst du für den Einstieg kein riesiges Budget. Starte zum Beispiel mit Produktgeschenken und Affiliate-Partnerschaften, um verschiedene Kanäle mit möglichst geringem Risiko zu testen. Sobald du Creator:innen gefunden hast, die gute Ergebnisse liefern, kannst du auf Hybridmodelle umsteigen, etwa 500 € Grundvergütung plus Provision. Pauschale Festpreise eignen sich vor allem für Influencer:innen, deren Performance du bereits kennst und die zuverlässig einen positiven ROI erzielen.
Erfolg hängt vor allem von einer strategischen Auswahl und realistischen Erwartungen ab. Konzentriere dich stärker auf die Qualität der Community als auf die reine Anzahl der Follower:innen. Miss die Performance konsequent und baue langfristige Beziehungen zu Creator:innen auf, die wirklich zu deiner Marke passen, statt ausschließlich einzelnen viralen Momenten hinterherzulaufen.
Wenn du noch nicht weißt, wie du passende Influencer:innen findest und mit ihnen zusammenarbeitest, können Plattformen wie UpPromote den Einstieg erleichtern. Dort kannst du nach Influencer:innen suchen, Affiliate-Links erstellen und Creator:innen die Möglichkeit geben, deine Produkte mit ihrer Community zu teilen.
Häufige Fragen über Influencer-Preise
Was solltest du vorbereiten, bevor du potenzielle Influencer:innen kontaktierst?
Bevor du potenzielle Influencer:innen kontaktierst, solltest du dein Geschäftsmodell und deine Ziele klar definiert haben. Überlege dir vorab, was eine erfolgreiche Zusammenarbeit für dich ausmacht. So kannst du mit Influencer:innen konkret über die geplante Kampagne, deine Erwartungen und die Vergütung sprechen. Gleichzeitig wissen die Influencer:innen von Anfang an, welche Marketingziele du erreichen möchtest.
Wie bestimmst du dein Budget für die Influencer-Kampagne?
Um dein Budget für eine Influencer-Kampagne festzulegen, kannst du den erwarteten Return on Investment berechnen. Berücksichtige dabei Faktoren wie die Größe und Reichweite der Community sowie das Engagement und die Ergebnisse früherer Kooperationen. Anschließend kannst du dein Budget auf ein passendes Vergütungsmodell abstimmen, zum Beispiel eine Affiliate-Partnerschaft, eine feste Vergütung, Produktgeschenke oder eine Kombination verschiedener Modelle.
Wie findest du passende Influencer:innen für dein Unternehmen?
Um passende Influencer:innen für dein Unternehmen zu finden, solltest du zunächst deine Zielgruppe genau kennen. Suche anschließend nach Creator:innen, deren Inhalte und Community zu deiner Branche und Marke passen. Prüfe ihre Glaubwürdigkeit, frühere Kooperationen und Engagement-Kennzahlen, um ihre mögliche Performance einzuschätzen. Bitte die Influencer:innen in deiner engeren Auswahl außerdem um Preislisten und Fallstudien. So kannst du Angebote und bisherige Ergebnisse vergleichen und eine fundierte Entscheidung treffen.
Wie misst du den Erfolg einer Influencer-Kampagne?
Definiere zunächst klare Ziele für deine Influencer-Kampagne, zum Beispiel mehr Markenbekanntheit, Website-Traffic oder Verkäufe. Lege anschließend passende KPIs fest, etwa Reichweite, Klickrate, Conversions oder Umsatz. Vergleiche die Ergebnisse nach der Kampagne mit deinen zuvor festgelegten Benchmarks. So kannst du beurteilen, ob die Kampagne deine Ziele erreicht oder sogar übertroffen hat.












